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Wenn mir die Worte fehlen

  Foto von Steve Johnson auf Unsplash

Ich schreibe meist nur mit einem groben Plan. Der befindet sich in meinem Kopf. Ab und an gibt es zu Beginn schon ein paar Notizen. Mehr aber meist nicht. Und dann, wenn ich endlich Zeit habe, schreibe ich drauf los.

Bis es plötzlich nicht mehr weitergeht.

Dann verheddern sich meine Gedanken. Oder die Szene endet im Nichts. Ich starre auf die Tastatur und den blinkenden Cursor. Doch egal was ich schreibe, ich lösche es wieder. Verzweiflung keimt auf.

Schreibblockade, wie schön, dass du mal wieder vorbeischaust.

Ich gebe zu, am Anfang meines Schreibens hat mich das immer maßlos frustriert. Ich wusste nicht, was ich mache sollte und dachte, okay, jetzt kannst du das Manuskript eigentlich komplett wegwerfen.

Inzwischen weiß ich: Das ist normal und gehört zum Prozess. Ganz selten gelingt es mir, einen Roman ‚durchzuschreiben‘ ohne mich zu verheddern oder ohne einen Tag, wo ich auf die Seiten starre und das Gefühl habe, mir fällt nichts ein, ich kann das alles nicht und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.

Am besten ist es wirklich, wenn ich dann das Manuskript in Ruhe lasse. Egal wie gern ich weitermachen würde. Es kommt nur Schrott dabei raus.

Wobei, eigentlich gibt es mehrere Wege, die ich auch schon ausprobiert habe. Aber der Reihe nach. Wir sind an der Stelle, wo ich speichere, das Manuskript zu mache und in Ruhe lasse.

Manchmal lese ich dann, aber oft ist das bei mir der falsche Weg, auch wenn man als Autor/-in nicht genug lesen kann. Wenn ich aber gerade in diesen Selbstzweifeln gefangen bin – okay, die habe ich ja eigentlich immer, wenn ich schreibe – dann hilft es mir nicht, zu lesen. Denn dann sehe ich nur eins: Wow, sind die anderen gut und warum bin ich so schlecht?

Also mache ich was anderes und alle, die mir schon länger folgen, kenne es ja: Ich habe so viele Projekte und Baustellen. Wenn ich gerade ein Lektorat habe, hilft mir das sehr und ich liebe ja die Arbeit an den Manuskripten von anderen. (Wenn du also eins fertig hast oder Unterstützung jedweder Art brauchst, schau mal hier vorbei.)

Oder ich bin mit dem Hund draußen, unternehme was mit der Familie, helfe auf der Baustelle (klappt natürlich, wenn man gerade eine hat), steigere mich ins Studium rein oder oder oder.

Und dann, sobald ich gedanklich auch loslassen kann, passieren oft diese kleinen Wunder. Ich höre ein Gespräch, ich lese einen Zeitungsartikel, ich liege im Bett und es macht Klick! Da ist die Idee, die ich gebraucht habe und dann kann es weitergehen. Die losen Enden kommen zusammen und die Blockade ist überwunden.

Auch hilfreich: Ich spreche mit anderen Autorinnen. Mit meiner Partnerin in crime Kassia L. Hill, schaut mal bei ihr vorbei. Oder auch oft, wenn es um Rockmusik geht mit Mirjam Wicki. Das hilft mir alles sehr und auch meine Lektorin Anne ist super hilfreich, wenn ich feststecke. Dann diskutieren wir die Ideen und oft platzt der Knoten.

Wenn es nicht ganz so arg ist, nutze ich Weg 2: Dann schreibe ich einfach an einer anderen Stelle weiter und hoffe, dass ich im Prozess eine Lösung für die Lücke in meinem Pfad finde und die richtige Brücke bauen kann. Das kann funktionieren, das kann aber auch am Ende heißen, dass ich alles wieder umschreibe. Shit happens oder wie ist das?

Ganz egal, irgendwann geht es wieder weiter. Wenn es dir also auch so geht: Nicht verzweifeln. Einfach schauen, welche Methode dir hilft und zack, auf einmal fließen die Worte wieder in die Tasten und man findet den Bogen zurück.

Und bis dahin:

Weiterrocken, mein Rockeronie!

deine

2 Comments

  • Kassia

    Zum Glück hatte ich noch nie eine echte Schreibblockade. Aber durchaus Momente, Tage oder gar Wochen, in denen ich mir irgendwie selbst im Weg stand. Ich finde das super frustrierend und ich hasse es, zu schreiben und es dann wieder zu löschen. Es fühlt sich an, wie ein Marathon auf dem Laufband. Wirklich voran kommt man so halt auch nicht.
    Loslassen hilft wirklich. Manchmal auch länger – wenn man denn die Zeit hat. Und irgendwann geschieht die Magie. Plötzlich ist die Lösung da und die ist oft so banal, dass ich nicht verstehe, warum ich vorher nicht darauf gekommen bin.

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