Warum ich selbst nach der zehnten Überarbeitung noch unsicher bin
Eigentlich müsste ich inzwischen Sicherheit empfinden.
Wirklich.
Ich kenne diese Geschichte in- und auswendig.
Ich habe sie geschrieben und überarbeitet, neu aufgebaut und Kapitel verschoben. Szenen gestrichen und Neue eingefügt.
Und trotzdem sitze ich manchmal vor dem Manuskript und denke:
Ist das überhaupt gut?
🖤 Das Seltsame am Überarbeiten?
Ich glaube, viele stellen sich Überarbeitungen so vor:
Man nimmt einen fertigen Text, macht ihn ein bisschen hübscher, korrigiert Fehler und dann ist irgendwann alles perfekt. Aber so fühlt es sich nicht an. Zumindest nicht für mich.
Es fühlt sich eher an wie: Immer tiefer graben.
✍️ Wenn man plötzlich alles sieht
Je länger ich an einer Geschichte arbeite, desto mehr sehe ich. Nicht nur die guten Dinge. Auch die Schwächen. Die Stellen, die noch nicht ganz tragen. Die Szenen, die emotional nicht tief genug gehen. Die Dialoge, die noch ehrlicher werden könnten.
Und plötzlich wirkt etwas, das vor ein paar Monaten noch richtig war, nicht mehr vollständig. Das ist gleichzeitig spannend und furchtbar anstrengend.
🖤 Flash Fame fühlt sich plötzlich anders an
Gerade bin ich im letzten großen Durchgang von Flash Fame Band 1.
Und obwohl ich die Geschichte seit Jahren kenne, fühlt sie sich plötzlich fremd an. Nicht negativ.
Eher… neu.
Sara ist stärker geworden und Elijah schwieriger. Und genau dadurch fühlt sich vieles ehrlicher an. Aber Ehrlichkeit macht Figuren nicht automatisch sympathischer. Und das auszuhalten,
ist manchmal schwer.
🌱 Und vielleicht gehört Unsicherheit dazu
Vielleicht ist Unsicherheit gar kein Zeichen dafür, dass etwas schlecht ist. Vielleicht bedeutet sie einfach, dass einem etwas wichtig ist. Dass man versucht,
wirklich hinzusehen. Nicht nur zu erzählen, was passiert.
Sondern zu verstehen, warum.
✨ Schreiben bedeutet loslassen
Irgendwann kommt bei jeder Überarbeitung der Punkt, an dem man loslassen muss. Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil Geschichten irgendwann aufhören müssen, nur einem selbst zu gehören.
Trotzdem schreibe ich weiter.
Überarbeite weiter.
Zweifle weiter.
Und wahrscheinlich gehört genau das dazu.
Und ich glaube, genau davor habe ich manchmal am meisten Angst.
🖤
Eure