Warum Überarbeiten manchmal schwieriger ist als Schreiben
Hier war es eine Weile ziemlich still.
Also auf dem Blog.
In meinem Leben und auf meinem Schreibtisch eher nicht.
Und weil inzwischen so viel passiert ist, dass ich selbst kurz überlegen muss, wo ich eigentlich anfangen soll, gibt es erst einmal die Kurzfassung:
Rules Were Never Enough ist erschienen. 🖤
Ja. Wirklich.
Grayson und Julian sind draußen in der Welt seit dem 26. August.
Nach all den Monaten, in denen ich geschrieben, überarbeitet, gezweifelt, mich in diese beiden verliebt, sie verflucht und vermutlich drölfzigtausendmal einzelne Szenen angefasst habe, könnt ihr ihre Geschichte jetzt tatsächlich lesen.
Und ich weiß noch nicht so richtig, ob mein Kopf das schon verstanden hat.
Denn während ich eigentlich einen kleinen Moment hätte gebrauchen können, um mich hinzusetzen und zu denken:
Wow. Ich habe ein Buch veröffentlicht.
… habe ich natürlich etwas sehr Sophiehaftes getan.
Ich habe am Erscheinungstag beinahe vergessen, dass ich ein Buch veröffentlicht habe.
Business as usual.
Aber Rules Were Never Enough ist da. Band 1 von Grayson und Julian ist veröffentlicht – und Band 2 liegt währenddessen schon wieder auf meinem Schreibtisch bzw. ist gerade dabei, als Probedruck erstellt zu werden. Damit ich es noch einmal lesen kann und ihn dann auch in die Welt schicken kann.
Und das war noch nicht alles.
Aus Flash Fame wurde We Were Never Safe
Auch das Geheimnis ist inzwischen gelüftet:
Flash Fame kommt zurück.
Aber nicht einfach mit einem neuen Cover und ein paar korrigierten Tippfehlern.
Der erste Band heißt jetzt We Were Never Safe und erscheint am 12. September 2026 in einer vollständig überarbeiteten Version.
Und wenn ich „überarbeitet“ sage, meine ich:
ÜBERARBEITET.
Ich habe Szenen verändert und neu geschrieben. Figuren haben mehr Raum bekommen. Dynamiken haben sich verschoben. Sara ist heute eine andere – stärkere – Version der Figur, die ich damals geschrieben habe. Elijah durfte komplizierter werden. Grayson spielt eine wesentlich größere Rolle. Und plötzlich greifen Dinge ineinander, die vor Jahren noch gar nicht ineinandergreifen konnten, weil ich diese Welt selbst noch nicht so gut kannte wie heute.
Dazu gibt es einen neuen Titel.
Ein komplett neues Cover.
Einen neuen Buchsatz.
Und einen Umfang, bei dem ich inzwischen akzeptiert habe, dass We Were Never Safe weniger ein Buch als eine kleinere Immobilie ist.
Das Ding ist ENORM.
Der Probedruck ist gelesen, die letzten Fehler sind eingearbeitet und die Exemplare für die Klischee-Buchmesse in Darmstadt sind inzwischen bei mir eingetroffen.
Und irgendwo zwischen all dem ist mir etwas aufgefallen:
Ich habe in den vergangenen Monaten wahnsinnig viel geschrieben.
Aber noch viel, viel mehr überarbeitet.
Und ich glaube inzwischen:
Überarbeiten ist manchmal schwieriger als Schreiben.
Beim Schreiben darf die Geschichte erst einmal existieren
Ein erster Entwurf muss für mich nicht perfekt sein. Dafür gibt es so tolle Menschen wie Saskia, die dann das Lektorat übernehmen und mir auf die Sprünge helfen.
Der Weg danach ist noch steinig genug. Vor allem, wenn man überarbeitet.
Und ich überarbeite meine alten Geschichten nicht, weil ich sie vorher so schlecht fand.
Ich überarbeite, weil ich inzwischen weiß, was sie sein könnte.
Und manchmal braucht es eben einen zweiten Blick, einen dritten – oder ungefähr den siebenunddreißigsten –, bis man das auch auf den Seiten sehen kann.
Also werde ich bald das nächste Sara-und-Elijah-Manuskript öffnen. Ich werde die ersten Seiten lesen.
Und irgendwann muss ich eine Entscheidung treffen:
Bleibt mein grandioses Perspektivenexperiment?
Oder sage ich meinem früheren Ich:
Netter Versuch. Wir machen das jetzt anders.
Ich werde berichten. 😄
Bis dahin versuche ich erst einmal, nicht darüber nachzudenken, dass in knapp einer Woche die Klischee-Buchmesse ist und ich eine Woche danach in Hofheim auf der Messe sein werde.
Das ist nämlich ein Problem für einen anderen Tag.
Eure