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Zwei Tage vor Release – und warum ich Bücher so schlecht loslassen kann

Es gibt diesen Moment beim Schreiben eines Buches, auf den man monatelang hinarbeitet.

Fertig.

Das Manuskript ist geschrieben.
Das Lektorat ist durch.
Die Änderungen sind eingearbeitet.
Das Cover steht.
Der Buchsatz ist fertig.
Der Probedruck liegt auf dem Tisch.
Die letzten Fehler sind gefunden.

Und irgendwann müsste man eigentlich sagen:

Das war’s.

Nun.

Ich kann das nicht besonders gut. 😂

In zwei Tagen, am 30. September, erscheint Trust Me To Return.

Und während dieser Satz inzwischen ziemlich offiziell klingt, sitze ich hier und könnte vermutlich noch drei Wochen lang irgendwelche Wörter austauschen.

Nicht, weil das Buch nicht fertig wäre, sondern weil es verdammt schwer ist, den Punkt zu erkennen, an dem man eine Geschichte wirklich loslassen muss.

Man findet immer noch etwa und das ist vielleicht eines der merkwürdigsten Dinge am Bücherschreiben.

Du kannst einen Text fünfmal gelesen haben. Zehnmal. Drölfzigtausendmal.

Du kannst ihn geschrieben, überarbeitet, lektoriert, korrigiert und gesetzt haben und dann schlägst du den Probedruck auf und denkst:

Warum. Steht. Das. Da. 😂

Bei Trust Me To Return hatte ich unter anderem einen wunderbaren Moment, in dem ich offenbar mitten im Manuskript beschlossen hatte, einfach mal die Zeitform zu wechseln.

Präteritum?

Langweilig.

Wir schreiben jetzt Präsens.

Writing-Sophie fand das anscheinend vollkommen legitim. Proofreading-Sophie hatte Fragen. Viele Fragen. Und natürlich war das längst nicht die einzige Stelle, an der ich mit Stift vor meinem Probedruck saß und mich gefragt habe, wie ich etwas nach all den Durchgängen noch übersehen konnte.

Die Antwort ist wahrscheinlich ziemlich simpel: Irgendwann sieht man den eigenen Text nicht mehr. Man weiß, was dort stehen soll und genau das liest das Gehirn dann irgendwann auch.

Ein Buch wird nicht fertig. Man hört auf.

Ich weiß nicht mehr, wo ich diesen Gedanken zum ersten Mal gehört habe, aber je länger ich schreibe, desto mehr verstehe ich ihn: Ein kreatives Projekt könnte man wahrscheinlich ewig verändern.

Hier noch einen Satz. Da noch ein anderes Wort. Vielleicht könnte diese Szene ein bisschen länger sein. Vielleicht jene ein bisschen kürzer.

Vielleicht sollte ich …

STOPP.

Irgendwann macht man die Datei zu und das fällt mir schwer.

Vielleicht sogar heute schwerer als bei meinen ersten Büchern, denn mit jedem Roman weiß ich ein bisschen mehr über das Schreiben.

Und das klingt erst einmal wunderbar. Ist es auch.

Leider bedeutet es gleichzeitig, dass ich auch mehr sehe. Ich hinterfrage mehr und ich weiß mehr darüber, was Sprache kann.

Über Figurenentwicklung. Über Perspektiven. Über Tempo. Über all diese winzigen Entscheidungen, die Lesende im besten Fall niemals bewusst bemerken, die aber dafür sorgen, dass sich eine Geschichte richtig anfühlt.

Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem ich mir selbst sagen muss: Sophie. Es reicht.

Und ausgerechnet diese beiden …

Bei Grayson und Julian fällt mir das Loslassen vielleicht noch ein kleines bisschen schwerer.

Als ich ihre Geschichte begonnen habe, sollte daraus nicht einmal das werden, was sie heute ist und dann wurden es zwei Bücher.

Rules Were Never Enough erschien am 26. August.

Und plötzlich waren die beiden nicht mehr nur die Figuren, die monatelang auf meinem Bildschirm existiert hatten.

Andere Menschen haben sie kennengelernt, haben über sie gesprochen. Haben Lieblingsmomente gefunden.

Haben Grayson und Julian auf eine Art gesehen, die manchmal ganz anders ist als meine und genau das passiert jetzt wieder.

Nur fühlt es sich bei Trust Me To Return noch einmal anders an, denn Rules Were Never Enough war ihr Anfang.

In Trust Me To Return durfte ich herausfinden, was danach kommt. 

Was passiert, wenn zwei Menschen sich füreinander entschieden haben – und das eben nicht automatisch bedeutet, dass plötzlich alles einfach ist.

Vertrauen. Angst. Verantwortung.

Die ziemlich beängstigende Erkenntnis, dass man etwas gefunden hat, das man auf keinen Fall wieder verlieren möchte.

Und ja. Gelegentlich explodiert auch eine Halle.

Romance halt. 😂

Apropos explodierende Halle …

Falls ihr meinen Newsletter am Samstag gelesen habt, wisst ihr bereits, wovon ich spreche.

Ich habe dort zum ersten Mal meinen neuen Backstage Pass ausprobiert und euch direkt einen Ausschnitt aus Trust Me To Return dagelassen.

Ich hätte für den Anfang natürlich eine wunderschöne romantische Szene auswählen können.

Einen Kuss, einen leisen Moment. Grayson und Julian, verliebt und glücklich.

Stattdessen habe ich Julian in eine stockdunkle, verrauchte Produktionshalle gestellt, ihm die Brille weggenommen und das Gebäude um ihn herum explodieren lassen.

Willkommen in meinen Büchern. 😂

Das Schönste an dieser Szene ist übrigens, dass ihr sie zu einem guten Teil Kassia zu verdanken habt, denn vor dem Lektorat war an dieser Stelle deutlich weniger … 💥.

Kassia sah Potenzial. Ich setzte mich wieder ans Manuskript und offenbar eskalierte die Situation ein wenig.

Genau solche Geschichten hinter den Geschichten möchte ich künftig öfter mit meinen Newsletter-Rockeronies teilen.

Nicht einfach nur: Hier ist mein neues Buch.

Sondern auch: Wie ist es eigentlich zu diesem Buch geworden?

Denn manchmal steckt hinter einer Szene eine monatelange Planung und manchmal offenbar eine Lektorin, die sinngemäß sagt: Da geht noch mehr.

Fine, dann sprenge ich eben die Halle.

Noch zwei Tage und jetzt sitze ich hier.

Montagmorgen.

Der September, der vor ein paar Monaten noch verdächtig weit weg aussah, ist praktisch vorbei.

Trust Me To Return erscheint übermorgen.

Ich kann nichts mehr verstecken. Nichts mehr festhalten und vermutlich sollte ich jetzt auch wirklich aufhören, noch einmal irgendwo hineinzuschauen.

…

HAHAHAHA.

Natürlich werde ich hineinschauen. Ich kenne mich doch. 😂

Aber irgendwann zwischen heute und Mittwoch muss ich ihn machen, diesen letzten kleinen Schritt: Die Hände von der Geschichte nehmen.

Grayson und Julian ansehen.

Und sagen: Okay. Jetzt gehört sie euch.

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem ein Buch tatsächlich fertig wird. Nicht, wenn das letzte Wort geschrieben ist.

Nicht nach dem Lektorat. Nicht nach dem Korrektorat. Nicht einmal, wenn der Probedruck auf dem Tisch liegt.

Sondern wenn ich endlich bereit bin, es euch lesen zu lassen.

Trust Me To Return erscheint am 30. September 2026.

Noch zwei Tage.

HELP. 🖤

Noch mehr hinter den Kulissen?

In meinem wöchentlichen Newsletter „Sophie schreibt …“ nehme ich meine Rockeronies ab jetzt noch ein bisschen weiter mit hinter die Bücher.

Mit meinem neuen Backstage Pass gibt es dort Ausschnitte, Figurenmomente, Deleted Scenes, Einblicke in die Entstehung meiner Geschichten und Dinge, die sonst wahrscheinlich für immer auf meinem Computer herumliegen würden.

Und keine Sorge: Es explodiert bestimmt nicht jedes Mal etwas.

Vermutlich.

💌 Hier kannst du ein Rockeronie werden.

Mit ganz viel Herz 🖤

eure


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