Warum ich meine eigenen Bücher noch einmal neu erzähle
Die Frage wird mir natürlich immer mal wieder gestellt. Warum überarbeitest du alle Bücher – bis auf eines, okay – die doch schon veröffentlich sind?
Und die ehrliche Antwort darauf lautet:
Weil ich es kann.
Nein Spaß. Das kann ich natürlich nur, weil ich Selfpublisherin bin.
In Wahrheit tue ich es, weil ich zum einen eine andere Autorin bin und weil mein Universum mit Grayson einen anderen Bogen bekommen hat, den ich auch gern darin erzählen möchte.
Und ja, Geschichten wachsen natürlich auch mit uns und ich merke sehr deutlich, weil ich ja noch nicht alle Geschichten von den Musikern geschrieben habe, dass es nicht mehr passt, was ich da am Anfang gemacht habe.
Vielleicht, weil ich anders war. Weil es jetzt anders ist, weil Grayson dazu gekommen ist.
Und das ist, wie schon gesagt, wohl der Hauptpunkt. Ich hatte die anderen Geschichten noch nicht erzählt und das Universum war mir noch nicht über den Kopf gewachsen, lol.
✍️ Veröffentlicht heißt oftmals nicht perfekt
Und da rede ich jetzt nicht von Schreibfehlern. Wir denken eben irgendwann – und das ist ja auch richtig – jetzt reicht es. Ende, genug verschlimmbessert, umgeschrieben, neu gedacht. Jetzt ist die Geschichte auserzählt, raus damit, an die Leserschaft. Abschließen.
Und ich glaube, das kann ich einfach noch nicht – ich hoffe, dass es sich aber jetzt dann damit erledigt hat und ich es ruhen lassen kann. Denn ich kann ja auch nicht alle fünf Jahre ne neue Version rausbringen. Aber das ist echt verflixt schwer, weil man natürlich auch bei jedem Buch dazulernt und wieder mehr über seine eigenen Figuren, die Dialoge und die Emotionen. Gerade, wenn man eine Reihe schreibt, wo die Figuren aus den ‚alten‘ Büchern noch vorkommen.
Und dann gucke ich auf die alten Versionen und denke: Jep, ich wusste, was ich sagen wollte, aber heute würde ich es halt einfach anders machen.
🖤 Sara
Sie ist ein echt gutes Beispiel. Früher hat sie irgendwie gerade noch so halbwegs reagiert. Gerade in Flash Fame 1, aber nie wirklich entschieden und das habe ich ein bisschen stärker gemacht und vielleicht habe ich ihr auch mehr Hilfe an die Seite gegeben. Grayson. Der ihr zwar nicht sagt, was sie tun soll, aber irgendwie immer da ist und ihr beisteht, ohne viele Worte. Julian. Mit seiner liebevollen Art. Und Tasha ist mehr da. Das ist gut! Das ist wichtig.
Natürlich trifft sie dennoch viele falsche Entscheidungen, sonst würde sie sich vielleicht auf eine Nacht mit Elijah einlassen, aber mehr auch nicht. Und das tut weh, aber es gehört dazu. Sie ist am Anfang der Geschichte 20. Das darf man eben auch nie vergessen.
Aber sie trifft stärker eigene Entscheidungen – egal ob richtig oder falsch und das ist gut.
✨ Elijah
Der ist noch komplizierter geworden. Aber auch er ist erst 22 und auf Drogen. Ich habe ihn bewusst nicht netter gemacht oder sympathischer, weil er eben einfach so ist, am Anfang und eine wirklich starke Entwicklung hinlegen wird. Dafür liebe ich ihn.
Vielleicht ist er jetzt ein bisschen ehrlicher? Na ja … Elijah-Style eben. Ich halte das selbst manchmal schwer aus, weil ich ihn mag und weil ich ihn kenne, weil ich weiß, wie er ohne die Drogen ist, wie er sein kann, wenn er nicht panisch vor sich selbst davon läuft. Es ist seine Schwäche, die ich gut kenne und ich verstehe, warum er sie hat.
🌱 Überarbeitung bedeutet aber nicht, alles auf Anfang
Und das ist vielleicht der wichtigste Satz, denn ich tue das nicht, weil ich die Geschichten nicht mehr mag. Ich tue es, weil ich sie liebe und sie meine Anfänge waren.
Elijah, Sara, Flash Fame – es ist mir unfassbar wichtig und ich möchte einfach dieser Geschichte noch mal eine neue Chance geben, so zu sein oder in die Richtung zu gehen, wie sie immer sein sollte.
🖤 Vielleicht enden Geschichten auch einfach nie – zumindest für mich
Je länger und je mehr ich schreibe, desto mehr denke ich: Hm, ich glaube, meine Geschichten hören für mich eben einfach nie auf, weil sie sich verändern, weil sie wachsen. Eben genau so wie der Mensch, der sie schreibt. Ich.
Wäre ja auch langweilig, wenn ich stecken bleiben würde oder? Und vielleicht bin ich deshalb noch mal an den Anfang von 2010 gegangen. Ach, eigentlich noch weiter vorher, aber 2010 ist so eine magische Grenze.
Ich will nichts reparieren, sondern einfach nur vollenden.
Auch wenn ich keine Ahnung habe, ob das Sinn macht.
🖤 Eure