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Bücherklau und seine Folgen

‚Brotlose Kunst.‘

Kennt ihr bestimmt den Ausspruch. Ich weiß nicht, ich habe ihn wohl zum ersten Mal als Kind irgendwo gehört, vermutlich bei einem Gespräch meiner Eltern. Den Zusammenhang weiß ich nicht mehr, aber ich habe schnell verstanden:

Kunst – davon kann man nur in den seltensten Fällen leben.  (Ja, natürlich gibt es Ausnahmen.) Dabei liebe ich Kunst.

Seien es Bücher, aber auch Theater (was habe ich mir schon beim Applaus am Ende von Musicals oder Stücken, die ich einfach feiern musste, die Lunge aus dem Leib gebrüllt und die Hände kaputt geklatscht) und natürlich Musik. Mein Gott, Musik!

Malen. Zeichnen. Ich würde was dafür geben, wenn ich das so drauf hätte, wie manche Menschen die ich kenne oder deren Werke ich sehe.

Ach, einfach Kunst. Es fällt ja so viel mehr noch darunter, als dass, was ich hier erwähnt habe. Sie ist so wertvoll. So einzigartig. So großartig für das Leben und ohne sie wäre alles doch einfach unerträglich oder?

Ja, sie ist wertvoll. Und doch zeigt sich immer wieder, wie wenig man dafür geben möchte. Sei es in der Pandemie, wo Kultur und Kunst hinten runtergefallen sind.

Oder eben solche Themen wie Bezahlung und on top das Thema Piraterie.

Die gibt es ja ebenfalls in vielen Feldern der Kunst. Sei es, dass illegal Fotos von Fotografen im Netz genutzt werden, Filme illegal gestreamt werden oder Musik irgendwo zum Download angeboten wird.

Und eben der Bücherklau.

Gerade als Selfpublisher tut das noch mal mehr weh, auch wenn es für die Verlage genauso mies ist. Aber als SP’ler ist es schon schwer genug, Aufmerksamkeit zu bekommen und wir verkaufen oftmals unsere Bücher sowieso schon unter dem eigentlichen Wert. Ich gebe ehrlich gesagt zu, dass ich nie auf die Idee kam, meine Bücher für 99 Cent anzubieten.

Nennt es arrogant, weil ich selbst denke, dass meine Bücher mehr wert sein sollten. Aber natürlich darf das auch jede/jeder Autor:in selbst entscheiden. Und ja, wenn ich ein Buch über 500 Seiten publiziere, dann steckt da auch eine Menge drin und es sind nicht nur die Stunden, die ich am PC verbracht habe, sondern alles, was eben noch dazu gehört und was vielleicht die einige nicht wissen, andere nicht sehen wollen. Besonders die, die E-Books dann illegal verbreiten und ohne das Wissen von Autor:innen zu Spotpreisen anbieten, wissen es genau, ignorieren es aber wie selbstverständlich.

Ist ja nur ein Buch. Bisschen was aufgeschrieben, gesetzt und veröffentlicht. So what?

Wie war so ein Spruch neulich, den ich mitgehört habe, als andere sich unterhalten haben?

Die 100 Euro mehr oder weniger … so what.

Diese Leichtigkeit mit der bei Piraterie, egal von was, umgegangen wird, f*cked mich sehr ab.

Natürlich denke ich, die, wenn die Zeit da ist, eine absolute Schnellleserin ist, auch oft: Mist, wieso ist der Roman schon zu Ende? Aber dabei käme ich nie, niemals auf die Idee, daran zu zweifeln, dass der/die Autor:in nicht das Geld verdient hat, was ich dafür ausgegeben habe. Zumal es ohnehin nicht komplett an die Schreibenden fließt, sondern davon auch nur ein Bruchteil ankommt.

Autor:innen sind nicht wie große Rockbands, die super viel verdienen und denen es vielleicht mal weniger wehtut, wenn ein Song illegal vertrieben wird – was nicht heißt, dass ich es gut finde oder rechtfertige. Die Ärzte haben es ja vorgemacht, in dem sie den Kopierschutz weggelassen habe und ihren Fans so selbst die Möglichkeit gaben, Alben Freunden selbst zu brennen. Große Bands verdienen aber auch gut mit Merch, mit Konzerten etc. etc.

Aber egal, ich schweife ab. Autor:innen, wenn sie nicht große Namen in der Branche sind, haben es schwer, vom Schreiben zu leben. Da tut jedes illegale Exemplar noch mal mehr weh.

Piraterie tritt – egal auf welche Branche bezogen – die Leistung des Künstlers oder der Künstlerin mit Füßen und zeigt nur allzu deutlich, was man davon hält, was man aber tagtäglich konsumieren möchte.

Brotlose Kunst.

Piraterie unterstützt diesen Ausspruch, leider.

Ich bin es leid. Genau wie das Feilschen um die Preise bei Lektoraten, wo die Arbeit nicht gesehen wird. Und die Liste ist ja beliebig verlängerbar.

Autor:innen sind es wert, dass man sie anständig bezahlt und darum auch ihre Werke.

Wie jeder/jede Künstler:in und Piraterie ist Scheiße. Denn was passiert, wenn man das immer weiter treibt? Einige Autor:innen geben auf. Weil es sich tatsächlich gar nicht mehr lohnt, ein Buch zu publizieren. Weil die Produktion die Einnahmen übersteigt. Tatsächlich ist das bei mir nicht anders – und ich habe keine Ahnung, ob jemand Piraterie mit meinen Büchern betreibt oder nicht – es ist aber so, dass ich nicht davon leben könnte und viel mehr reinstecke, als herausbekomme. Vielleicht liegt es eben daran, den Anfang zu finden, sich einen Namen zu machen und irgendwann ist es anders. Vielleicht passiert das auch nie, weil meine Geschichten eben nicht überzeugen. Auch dann muss ich darüber nachdenken, es bleiben zu lassen, logisch. Aber mit Piraterie gibt man vielleicht schneller auf.

Und das ist Scheiße.

Punkt.

Rockt euren Sonntag …

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