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Was sagen Freunde, Familie und Arbeitgeber zu meinem Schreiben?

Ein schönes Thema von Justine Pust für den Autoren und Autorinnensonntag heute.

Lange habe ich geschrieben, ohne dass irgendwer außer meinem Herzensmann davon wusste. Es war ja sowieso nur für mich und so saß ich mit meinem Laptop auf dem Sofa, wenn das Baby schlief und schrieb. Ich fand wieder Gefallen an etwas, was ich so lange Zeit nicht mehr getan hatte, weil das Leben andere Pläne hatte und ich einfach nicht die Zeit gefunden habe. Vielleicht auch, weil ich es albern fand zu schreiben.

Ich kann das schließlich gar nicht.

Doch ich war sofort dem Zauber wieder erlegen und ärgerte mich, dass ich dieses Hobby – denn mehr war es damals nicht – so lange habe brach liegen lassen.

Im nächsten Urlaub kaufte ich mir in einem griechischen Kiosk einen Schreibblock und saß in der Mittagszeit auf der Terrasse unseres Zimmers und schrieb. Wir waren damals mit Freunden in Urlaub und sie waren die ersten, die dann nachfragten, was ich da eigentlich mache. Aber ob sie es ernst genommen haben? Wohl eher nicht. Es gibt ja so viele Menschen, die sagen, sie schreiben ein Buch. Aber ob sie es dann auch in die Realität umsetzen? Mir ist auch schon so jemand begegnet und ich weiß noch, was ich gedacht habe, weil die Reden wirklich … na ja. Egal. Anderes Thema.

Als ich dann ernsthafter an das Thema ranging, habe ich mit niemandem darüber gesprochen. Weil ich immer das Gefühl hatte, dass alle eher denken: Romance. Ja, ne, dieses Genre ist ja eher so … Weil ich vermittelt bekam, dass es eben so ist. Romance ist platt, kitschig, vorsehbar, voller Klischees und langweilig. Groschenromanstyle eben (wobei ich inzwischen gelernt habe, dass genau die eben nicht so easypeasy zu schreiben sind, wie man vielleicht denkt).

Also hielt ich meine Klappe. Weil ich keine Lust auf Diskussionen hatte. Und weil es mir unangenehm war über den Inhalt meines Debüts zu sprechen. Ich liebe meine Figuren und kam mir vor wie eine Löwenmama, die ihre Jungen verteidigen muss und ich habe sie lieber versteckt, als mich auf einen Kampf einzulassen.

Klingt konfus? Ist es sicher auch.

Doch dann kam der Tag, wo ich wusste, okay. Ich will das Ding veröffentlichen. Aber damit ich das auch legal kann, muss ich eine Nebentätigkeit anmelden bei meinem Arbeitgeber. Ich habe es getan und weil ich in meinem direkten Team nicht darüber sprechen wollte, ging ich zur obersten Chefin der Abteilung, um den Wisch unterschreiben zu lassen (wir kennen uns schon lange). Sie tat es. Aber womit ich nicht gerechnet hatte: Sie quetschte mich aus. Wollte wissen was, wann, wo und wie.

Ich blieb vage. Immerhin war ja noch nichts fertig.

Und ich legte mir mein Pseudonym zu.

Irgendwann war es dann so weit, mein Buch kam raus. Davon wussten dann ein, zwei Freundinnen und sonst niemand. Meine Eltern bekamen es erst mit, als sich im Wohnzimmer die Kartons mit dem ersten Print stapelten.

Erst nach und nach traute ich mich, darüber zu reden. Aber ich mache es noch heute nicht unbedingt zum Thema. Warum auch? Wirklich erfolgreich würde ich mich nicht nennen. Und wenn ich mich doch mal freue und es irgendwem erzähle, habe ich nicht das Gefühl, dass man es wirklich toll findet und so behalte ich es lieber für mich.

Die Chefin hat es auch nie vergessen und fragte mich irgendwann:

„Verkaufst du die Bücher eigentlich auch oder verschenkst du sie einfach an Freunde?“

Das hat mich irgendwie mehr getroffen, als es sollte. Ich weiß. Wahrscheinlich einfach, weil ich eben keine Bestsellerautorin bin. Sonst würde ich darauf kontern können. Aber so? Ich habe es ja nicht mal geschafft, dass mein Pseudonym bei der Stadt in der ich lebe anerkannt wird.

Manchmal macht es mich traurig, aber meistens ignoriere ich es und erfreue mich eben selbst an meiner Arbeit und dem Stolz, den meine Familie mir zeigt über das, was ich leiste.

Schweigen kann eben doch auch Silber sein, auch wenn ich weiß, dass ich so mit Sicherheit auch nicht mehr Bücher verkaufe 🙂

Rockt on Rockeronies und habt einen tollen 1. Advent.

Eure

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