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Ziele für 2022

Es ist Autoren und Autorinnensonntag. Zeit für Ziele in 2022 meint Justine Pust und recht hat sie.

Ich bin eigentlich kein Fan davon Ziele zu setzen. Bisher habe ich es doch immer wieder geschafft, sie nicht einzuhalten. Deshalb habe ich mit einigen schon in der letzten Woche versucht anzufangen. Mich um meine Gesundheit zu kümmern zum Beispiel. Mehr oder weniger erfolgreich, aber ein Anfang ist gemacht. Und ich habe mir direkt den 1.1. freigenommen. Weil ich weiß, dass ich an diesem Tag immer eher deprimiert bin. Wie ich bereits in meinem Jahresrückblick angedeutet habe:

Ich mag die Zeit von Januar bis Ende April nicht sonderlich. Ich hadere auch jedes Jahr wieder damit, dass alles ‚wieder von vorne‘ anfängt. Ich glaube, für mich wäre ein anderes Zeitsystem netter. So fortlaufend. Ohne das ‚Ende‘ am Ende eines Kalenderjahres, auch wenn ich die Tage rund um Weihnachten und Neujahr mag. Der 1.1. deprimiert mich.

Ein leeres Jahr liegt vor uns. Mehr oder weniger. Leere Seiten, die sich füllen werden und manchmal sind schon die ersten Seiten so ätzend, dass man nicht weiß, wie man weitermachen soll. Manchmal sind sie aber auch wie ein ruhiger See. Wie vor einem Sturm und die schweren Tage kommen noch. Man weiß nur nicht wann. Ich glaube, dass ist es, was mich manchmal auch so schwermütig werden lässt. Bin ich ohnehin ein Mensch, der sich nicht traut, sich zu freuen, weil meistens das Schicksal dann mit einer Bratpfanne drüber haut und ich es bereue.

Dennoch habe ich mir wieder etwas vorgenommen. Wie fast jedes Jahr.

Ich will mehr schreiben. Ich will diese Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die mich seit mehreren Monaten erfasst hat, loswerden. Ich weiß nicht, was ich damit anfangen und wie ich damit klarkommen soll. Alles in meinem Geist ist müde. Und mein Körper gleich mit. Dabei habe ich diesen Funken in mir, der mich antreibt und mir sagt: Hey, ich will ja was erreichen. Ich will mein Studium machen, ich will schreiben, ich will einen tollen neuen Job finden, der mit meinem Studium zu tun hat. Ich will mein Lektorat ausbauen, mehr Zeit mit der Familie … und dann sitze ich wieder in meiner Kuhle auf dem Sofa und bingewatche irgendwelche Serien, die mich aus der Realität entführen und mich alles vergessen lassen. Als würde ich einfach nur darauf warten, zu sterben.

Was für eine Lebensvergeudung.

Daher 2022. Ich will es anders. Ich will es leichter. Ich will mich nicht ständig ärgern, aufregen, Angst haben, Panik bekommen und traurig sein. Ich will die leichten Momente genießen, mehr lachen. Meine Kinder sagen schon, dass ich so eine Meckertante geworden bin. Weil ich ständig Angst habe. Paradox. Und weil ich ständig müde bin. Mich jedes Geräusch zu nerven scheint. Ich bin empfindlich und dünnhäutig geworden. Ich bräuchte mal einen Urlaub – so doof das klingt. Einfach mal die Seele weit weg von daheim baumeln lassen. Ohne diese Verantwortung. An nichts denken. Frei sein. In den Tag leben.

Vielleicht klappt es im Sommer. Aber ich sehe das noch nicht wirklich. Mal abwarten. Was Omikron uns noch so bringt.

Konkrete Ziele für 2022 beim Schreiben:

Ich will es jeden Tag tun. So. Schreiben meine ich natürlich. Ich will mich jeden Tag in einer Geschichte verlieren können und sei es nur für fünf Minuten, zwei Sätze oder Gedanken, die ich vielleicht nicht direkt auf das Papier bringe.

Oberstes Ziel ist natürlich Useless Fame. Aber ich gehe auch mit einer Idee schwanger, die so gar nichts mit Rockmusik zu tun hat. Vielleicht erzähle ich davon mal auf Instagram. Oder so. Aber ich habe schon wieder Angst vor meiner eigenen Courage davon überhaupt zu erzählen.

Was auch immer 2022 uns bringt, ich hoffe, dass meine Lieben ein tolles Jahr haben und gesund bleiben. Dass es mir gut geht und ich vielleicht in 365 auf ein Jahr zurückblicke, mit dem ich versöhnlich auseinander gehen kann.

Nicht, dass 2021 nur schlecht war. Nein. Denn ich bin demütig aus dem Jahr gegangen. Niemand meiner Lieben hatte Covid und alle meine Liebsten sind geimpft. Zumindest teilweise. Wir haben niemanden direkt an dieses beschissene Virus verloren. Ich habe noch immer einen Job, auch wenn er auf instabilen Füßen steht. Ich habe Freundschaften erneuert. Das ist das Schönste und ich habe tolle Kinder und einen noch besseren Ehemann.

Was will ich eigentlich mehr? Essen und ein Dach über dem Kopf war auch immer da. Nicht selbstverständlich und deshalb bin ich froh. Wenn das Ende 2022 auch noch so ist, habe ich doch viel gewonnen.

In diesem Sinne, Rockeronies, habt ein tolles 2022 und feiert das Leben.

Eure

 

2 Comments

  • Stefanie

    Hallo! Oh ja, wie gut kann ich die Empfindungen zum 1.1 oder ganz allgemein zum Jahresanfang nachfühlen. MIr geht es ganz genauso. Jedes verdammte Jahr. Das wird auch irgendwie nicht besser bei mir. Habe mir übrigens genau wie du vorgenommen, dieses Jahr mehr zu schreiben. Ich bin jedenfalls schon ganz gespannt, was von Dir neues kommt. Bis dahin vertreibe ich mir mit Useless Fame die Zeit.
    LG, Stefanie

    • Sophie M. Seller

      Hi meine Liebe, wie schön, von dir hier zu hören. Ja, Jahresanfang. Er hat was aufregendes, was erfrischendes, doch allzu schnell muss man manchmal feststellen, dass sich eben wenig ändert, wenn man es nicht selbst aktiv in die Hand nimmt. Oder wie schnell zeigt einem das neue Jahr, dass es eine hässliche Seite hat, wie es nun der Fall ist. Ich finde es super, dass du mehr schreiben willst. Sehr gut! Rock on! Und danke, dass du meinen Weg so gespannt verfolgst und viel Spaß bei Useless Fame <3 Liebe Grüße Sophie

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