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Die Magie des ersten Kusses …

… ist wie eine Reise ins Unbekannte.

Foto von Chen auf Unsplash

Du kennst das sicher. Da ist diese Person, der du näher gekommen bist. Vielleicht über ein paar Tage. Vielleicht sogar über Wochen und Monate. Oder du hast sie gerade erst kennengelernt. Doch eins ist sicher: Da ist was. Dieses Prickeln, wenn man den anderen ansieht. Wenn man nur an ihn denkt. Die Berührungen, die vielleicht wie zufällig wirken und die so viel versprechen. Deren Elektrizität wie Blitze über die Haut jagen und das Kribbeln im Bauch fast unerträglich machen, während das Herz so schnell schlägt, dass man das Gefühl hat einen Marathon zu laufen.

Und dann ist er da. Dieser Moment, wo klar ist, jetzt werden sich die Lippen treffen und es kommt zum ersten Kuss. Das ist einer von diesen Augenblicken im Leben, die sich tief in unser Gedächtnis einprägen, Momente, die unser Herz zum Rasen bringen und uns die Welt um uns herum vergessen lassen. Die Magie dieses ersten Kusses liegt nicht nur in der physischen Berührung der Lippen, sondern in der ganzen Palette der Emotionen, die er mit sich bringt. Alles, was sich vorher eben aufgebaut hat und sich jetzt wie bei einem Gewitter entlädt: Das Prickeln auf der Haut, die Anziehungskraft, die fast greifbar in der Luft liegt …

Selbst wenn die Beziehung am Ende vielleicht nicht hält, der erste Kuss wird einem trotzdem positiv in Erinnerung bleiben.

Doch was ist es, was diesen ersten Kuss so besonders macht? Vielleicht die Vielzahl von Gefühlen, die den Körper durchströmen, bevor sich die Lippen zum ersten Mal berühren. Versucht euch mal an euren ersten Kuss mit eurem jetzigen Partner/Partnerin zu erinnern oder generell an den ersten, vorsichtigen Kuss, den ihr bekommen habt von einem Mann oder einer Frau. Wenn ich mir das vorstelle, dann ist mein Körper in Aufruhr, weil es wie Magie ist. Es ist eine Mischung aus Vorfreude, Nervosität und purer Aufregung. Manchmal fühlt es sich an, als ob kleine elektrische Impulse durch den Körper fließen, ein Prickeln, das sich von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen ausbreitet. Diese Empfindungen sind der Vorbote dessen, was kommen wird – ein Moment der völligen Hingabe und Intimität. Und Vertrauen. Man öffnet sich jemandem. Man zeigt sich verletzlich und öffnet sein Herz, immer in der Gefahr, dass es zerbrochen wird. Das befeuert den Nervenkitzel vielleicht auch noch.

Dabei ist es auch egal, ob der erste Kuss zwischen zwei Menschen behutsam ist. Wie eine Frage, die zwischen den beiden noch nicht ganz geklärt ist oder ob man sich beim ersten Kuss des anderen schon sicherer ist und stürmischer vorgeht. Oder ob es ein erster Kuss aus purer Leidenschaft ist, der nur ein Ziel kennt: Wilder, ungestümer Sex – Ende der Beziehung offen. Ein erster Kuss zwischen zwei Menschen bleibt etwas Besonderes, denn die Anziehungskraft zwischen zwei Menschen, die sich auf diesen ersten Kuss zubewegen, ist fast magnetisch. Es ist ein unsichtbares Band, das sie näher zueinander zieht. Die Blicke, die sie austauschen, das leise Lachen und die zarten Berührungen sind alle Teil dieses Tanzes, der in einem Kuss gipfeln wird, wenn die Leidenschaft nicht überhandnimmt und alles etwas stürmischer abläuft. Es ist, als ob die Welt um sie herum stillsteht und nur noch sie beide existieren.

Wie schreibe ich darüber in meinen (Rock) Romances?

Für mich ist in Romancebüchern dieses Hinfiebern auf den ersten Kuss immer das größte! Man weiß, es wird passieren und manchmal wird man ganz hibbelig, wenn es einfach nicht klappen will. Umso schöner ist es dann, wenn die beiden Figuren sich endlich, endlich in die Arme schließen und küssen. Gänsehautmoment, vor allem dann, wenn man sich alles bildlich vorstellen und quasi durch die Augen einer der Figuren die Szenen erleben kann. Eben wie in einem Film. Da bekomme ich selbst als Ü40 jährige und lange verheiratet noch jedes Mal Gänsehaut und mein Magen kribbelt wohlig, wenn die Figuren sich das erste Mal küssen. Es ist und bleibt einfach ein magischer Moment.

Ich versuche in meinen Geschichten genau deshalb den ersten Kuss und auch den Weg dahin mit großer Sorgfalt und vielen Details zu beschreiben. Damit es sich so anfühlt, als wäre man als Leser:in Teil dessen. Würde live dabei sein, es vielleicht als eine der Figuren oder zumindest durch die Augen der Figur selbst erleben. Der erste Kuss in meinen Liebesromanen, ob nun Rockromance oder nicht, ist der Höhepunkt der aufkeimenden Liebesgeschichte. Darauf hast du doch auch gewartet oder geht es da nur mir so?

Früher habe ich oft beim Schreiben gedacht: Okay. Sie haben sich geküsst. Fertig, mehr mag ich nicht schreiben. Inzwischen sehe ich das anders, aber darum geht es heute hier nicht.

Der erste Kuss. Er ist so viel mehr als nur eine Berührung oder eine extrem romantische Geste. Für mich ist er ein Versprechen – vielleicht nicht unbedingt für mehr, wenn es ein abgesprochener One-Night-Stand ist, aber andernfalls ist er doch auch eine Bestätigung von Gefühlen, die man für das Gegenüber hegt oder? Ich empfinde es als solche.

Doch wie sieht das dann im Buch aus? Nehmen wir zum Beispiel die Figuren in meinem neuen Roman, der hoffentlich 2025 erscheinen wird. Du bist mitten drin und du spürst seit dem ersten Aufeinandertreffen der beiden, wo er sie unerbittlich neckt, weil da schon mal ein betrunkener Kuss stattgefunden hat, dass die Spannung zwischen ihnen greifbar ist. Aber beide weigern sich, ihre Gefühle ans Tageslicht zu lassen. Zum einen aus Angst, zurückgewiesen und verlassen zu werden und zum anderen, weil da noch jemand anderes ist, der gerade einen Platz im Herzen einnimmt, auch wenn es kompliziert ist. Sie wissen es tief in ihrem Inneren und du möchtest sie beim Lesen am liebsten anschreien, dass sie sich doch endlich, endlich küssen und in den Armen liegen sollen, weil sie einfach zusammengehören.

Und dann führt das Schicksal sie zusammen an einen Ort, wo sie alleine sind. Inzwischen sind sie so was wie Freunde – aber du weißt, dass das viel mehr ist, nur wir lassen die beiden noch in dem Glauben. Sie sitzen eng beieinander. Hatten einen schönen gemeinsamen Abend. Es knistert so stark, dass eine Glühbirne damit betrieben werden könnte und ich baue es langsam und sorgfältig auf, bis klar ist, dass ihre Blicke sich einfach verhaken müssen und sie alles um sich herum vergessen. Jetzt wird die Perspektive von einem der beiden wie durch eine Lupe beschrieben: das schnelle Klopfen des Herzens, das Empfinden bei der Berührung der Hände oder anderen Hautstellen durch den anderen, das Zittern im Körper. Die berüchtigten Schmetterlinge oder die Brause im Magen. Und dann bewegen sie sich zentimeterweise aufeinander zu, bis ihre Lippen zu ihrem ersten (richtigen) Kuss aufeinander treffen. Vielleicht ist der Kuss erst zart und ganz vorsichtig, überquellend an Emotionen, aber dir wird klar: Jetzt gibt es kein Zurück mehr, ganz egal, wie es weitergeht. Dieser Kuss ist ein Versprechen und die Frage ist, ob sie es werden einlösen können oder wollen.

Hach, ist das nicht schön? Ist dir auch so warm ums Herz wie mir?

Die Magie des ersten Kusses liegt in der Kunst der Worte und ich hoffe jedes Mal, dass ich sie so finde, wie ich es vor meinem geistigen Auge passieren sehe. Ich male dir ein Bild und hoffe, dass ich dich damit in meinen, den Bann der Figuren ziehen kann, damit du die Intensität und Schönheit dieses Moments genauso fühlst, wie es die Figuren tun. Wichtig ist und ich bemühe mich stets darum, an die kleinen Dinge zu denken. Der Duft des Gegenübers, vielleicht ein Windhauch, der am Hals kitzelt oder die Wärme der Haut des anderen. Der erste Kuss soll lebendig sein, für die Figuren, aber besonders für die Leser:innen, damit er ihnen genauso unvergesslich bleibt, wie der, den sie mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin ausgetauscht haben.

Den ersten Kuss zu schreiben ist gar nicht so einfach. Ich hoffe einfach immer, dass ich die richtige Balance zwischen Spannung und Erfüllung finde. Damit belohne ich nicht nur meine Protagonisten, sondern eben auch dich als Leser:in. Immerhin hast du all die Auf und Abs der Figuren miterlebt, vielleicht gebangt, geflucht oder gelacht und eine emotionale Reise hinter dir, die diesen perfekten Höhepunkt verdient hat.

Ein erster Kuss … den vergisst man nie. Er bleibt einem, ganz egal, was aus der Beziehung wird. Und was gibt es Schöneres, als diese erste Aufregung, dieses erste ‚Schmecken‘ des Partners oder der Partnerin und das Vertrauen, welches damit einhergeht?

Eben. Fast gar nichts. Und deswegen liebe ich Romance so sehr. Weil ich meine Figuren diesen ersten Kuss erleben lassen kann, dich dabei mitnehmen darf und selbst immer und immer wieder die Magie des ersten Kusses erleben kann.

Erinnerst du dich noch an deinen allerersten Kuss?

Schreib mir doch gern dazu wenn du magst, ich liebe Erste-Kuss-Geschichten.

Ich könnte sofort alle Details vom ersten Kuss mit meinem Mann erzählen und in meinem Magen kribbelt es, wenn ich daran zurückdenke, auch wenn es inzwischen fast wahnwitzige 26 Jahre her ist. Es war wunderschön und es hat sich lange aufgebaut. Ich bin froh, dass es so kam, wie es gekommen ist und erinnere mich immer wieder gern zurück. Und an meinen allerersten Kuss kann ich mich auch noch erinnern. Es war im Kino. Die Spannung war greifbar und auch wenn ich noch weiß, in welchem Film wir waren ‚Romeo & Julia‘ mit Leonardo di Caprio (ja, so alt bin ich schon), kann mich an den Inhalt nur erinnern, weil ich ihn noch mal angeschaut habe. Obwohl es zwischen diesem Partner und mir nicht schön endete, erinnere ich mich gern an den ersten Kuss zurück. Weil er eben auch etwas Besonderes ist und bleiben wird.

Mit diesen schönen Erinnerungen an erste Küsse und dem Kribbeln der Verliebtheit entlasse ich dich ins Wochenende.

Fast: Denn vielleicht hast du ja Lust, dich in meinen Newsletter einzutragen? Ab Juli geht es da wieder los, aber es gibt jetzt schon die eine oder andere Überraschung und an allem weiteren arbeite ich noch. Es bleibt spannend.

Und falls du selbst gerade an einem Manuskript sitzt, ganz egal ob mit erstem Kuss oder ohne, und vielleicht Unterstützung im Lektorat brauchst – melde dich gern und schau auf meiner Lektoratsseite vorbei.

Rock on, mein Rockeronie

deine

2 Comments

  • Kassia L. Hill

    Der erste Kuss ist wie ein Tanz. Wunderschön. Aufregend. Magisch. Manchmal beängstigend. Ob der andere auch so empfindet oder bilde ich mir das nur ein?
    Mit meinem Mann erinnere ich mich besonders intensiv an die Zeit davor. Die Anziehungskraft zwischen uns. Die Brausepulvermomente, die langen Gespräche, eine verrückte Autofahrt den Berg hinauf, weil im Radio Schneefall gemeldet wurde.
    Als er in einer Silvesternacht zum ersten Mal meine Hand hielt und nicht mehr loslassen wollte – da wusste ich, nicht nur ich habe dieses Kribbeln in der Magengrube. 18 Jahre ist das jetzt her. Danke, für diese Erinnerung.

    • Sophie M. Seller

      Oh, die Metapher mit dem Tanz mag ich auch gerne! Das ist wirklich wunderschön. Seufz. Hach, das erinnert mich einfach immer wieder daran, wie cool ich es finde, Romance zu lesen und zu schreiben. Auch wenn so viele es immer als albern abtun. Ich glaube, die haben die Magie vergessen, die darin steckt. Oh, das ist auch eine tolle Geschichte. Ich liebe es! Vor allem eben auch diesen Moment, wo man wirklich merkt: Ja, ich bin nicht alleine mit dem Gefühl. So schön und unbezahlbar. Ich habe dich gern daran erinnert <3

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